
Das Bewusstsein der
Verbraucher für globale ethische Fragen ist gestiegen – das hat auch Auswirkungen auf ihr Kauf- und
Konsumverhalten. Sie fragen Produkte nach, die gesund und klimaverträglich sind, fair gehandelt und
ohne Kinderarbeit produziert werden. Für nachhaltige Lebensmittel, aber auch für Kleidung, Urlaub
und Möbel greift die LOHAS-Zielgruppe auch gerne tiefer in die Taschen. Schon heute können 30
Prozent der US-Verbraucher dieser Zielgruppe zugeordnet werden; sie machen ca. 424 Milliarden US-$
Umsatz. Der Umweltökonom Prof. Dr. Werner F. Schulz von der Universität Hohenheim schätzt die
Kaufkraft der neuen Öko-Konsumenten allein in Deutschland auf jährlich 200 Milliarden Euro. Im Jahr
2010 werden laut Schulz bis zu 30 Prozent der Deutschen zu dieser Zielgruppe zählen, die bewusst
entscheidet und mit den sogenannten Ökos der Achtziger Jahre nicht mehr viel gemein hat. LOHAS
lassen sich nicht gemäß der üblichen Zielgruppenbetrachtung einordnen, weil sie sich in allen
demographischen Gruppen, unabhängig von Alter oder Geschlecht, finden. Sie definieren sich nicht
über äußere Faktoren, sondern über ihre Wertevorstellungen. Die LOHAS-Zielgruppe ist weniger
dogmatisch als frühere Ökos, deutlich technikversierter und konsumfreudiger.